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ONE WAY MACHINE - SINGAPORE-SUN

Fast jeder Motorradfahrer tut es! Der eine etwas mehr, der andere etwas weniger. Aber wo fängt die Individualisierung eines Motorrades an? Sind die zusätzlichen Anbauten zur Erhöhung der Reisetauglichkeit schon das Wort customizing wert? Fragen, über welche wir bei diesem Projekt erst gar nicht nachdenken müssen! Ich würde sogar behaupten wollen, dass wir bei diesem wunderschönen Motorrad schon von ausgeprägtem „pre-customizing“ sprechen können. In diesem Fall hatte Mr. Ang wohl sehr klar definierte Vorgaben an Julian von Oheimb.

Im Jahre 2003 erwarb Mr. Ang seine neue Harley Davidson Softail in Singapur. Im Originalzustand konnte er nicht so recht Gefallen daran finden. Daher ließ er diese kurz darauf mit einem breitem Hinterrad und einer gereckten Gabel umbauen. Eins wurde dabei jedoch nicht bedacht: Die Fahreigenschaften verschlechterten sich von nun an drastisch. Mr. Ang fühlte sich auf seiner Harley durch die geänderte Fahrgeometrie einfach nicht mehr sicher und bewegte das Motorrad kaum noch. Langsam reifte dann die Erkenntnis, die Maschine noch ein weiteres Mal umbauen zu lassen. Diesmal sollte alles richtig gemacht werden! Eine Harley, fahrbar wie der Teufel und Balsam für die Seele, sollte es werden. Auch stand fest: Das macht Niemand aus Singapur! Dieses Mal begibt er sich in die Profihände von Customizern! Nach einer unendlich scheinenden Zeit des Suchens stieß er dann im Netz auf Julian von Oheimb, Inhaber der Firma ONE WAY MACHINE. Die Manufaktur entwickelt sich stetig zum weltweiten Geheimtipp in der Szene und fertigt für Kunden, die sich eine Harley Davidson im zeitlosen classic-vintage Design auf höchstem Niveau wünschen, Motorräder auf Wunsch. Das vorherrschende Ziel dabei ist, dass diese funktionell, gut im Handling, top verarbeitet und für die Straße gebaut werden. Julian ist längst kein Unbekannter mehr in der Szene. Er hat in den letzten Jahren schon zahlreiche Bikeshows in ganz Europa gewonnen. Mit seinen OWM Bikes trifft er genau die aktuelle Strömung der Zeit und den Geschmack seiner Kunden. Diese wünschen sich ein zuverlässiges und gut fahrbares Bike im top Design. Die Zeiten von überladenen und unfahrbaren Trailer Queens neigen sich dem Ende zu. Dabei kommen Julian sein Hang zum Metallhandwerker sowie sein Ingenieurstudium zu gute. Mit seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten ist er in der Lage alle, seine Ideen und Vorstellungen in die Tat umzusetzen. Diesen Weg beschreitet er ohne Kompromisse. Er formt Bleche, entwickelt Teile und steckt eine Menge Geld in seine Einzelanfertigungen, um ein perfektes High-End-Finish zu erhalten. Oft weisen die Bikes teure Details auf, welche der Laie überhaupt nicht und der Profibikebauer nur bei näherem Betrachten erkennen.

Dass Mr. Ang bei der Sichtung von Julians Referenzen, der Verarbeitung sowie seinem Stil begeistert war, verwundert nicht. Er schaute sich die Homepage bis ins letzte Detail an und stellte fest, dass es sich bei dem Eigentümer um einen deutschen Ingenieur handelt. Dass Julian bereits über 50 Bikeshows gewonnen hat und es sogar bis zum Weltmeister in der Klasse der modifizierten Harley Davidson gebracht hat, unterstreicht noch einmal zusätzlich die Fähigkeiten. Da deutsche Ingenieure in Asien weit hoch oben im Kurs stehen, war für Mr. Ang eigentlich schon klar, dass das Bike von OWM komplett umgebaut werden sollte. So begann ein reger Mailverkehr zwischen Beiden, bis Mr. Ang den Wunsch äußerte, Julian zu besuchen. Die einzigartigen Motorräder musste er sich vor Auftragserteilung unbedingt im Original ansehen. Ein gemeinsamer Termin war schnell gefunden. Mr. Ang stieg ins Flugzeug und kam direkt aus Asien nach Deutschland, um die handwerklichen Qualitäten von Julian auf den Prüfstand zu stellen. Als er die Werkstatt betrat, war er mehr als beeindruckt. Die Verarbeitungsqualität war doch deutlich höher als erwartet. Das bereits von OWM gebaute Bike „LA SALLE“ traf genau Mr. Ang seinen Geschmack. Da Julian aus Prinzip keine Motorräder ein zweites Mal baut, hat er mit Mr. Ang vereinbart, dass es ähnlich wird, aber/jedoch noch deutlich besser. So wurden sich Beide rasch handelseinig, und der Aufbauvertrag für sein Bike wurde unterschrieben. Nach seiner Heimkehr in Singapur hat er dann sofort alles Mögliche in die Wege geleitet, um sein Motorrad nach Deutschland zu verschiffen. Nach ein paar Monaten konnte Julian die Harley in Empfang nehmen. Die Vorgaben von Mr. Ang stellten keine überdurchschnittliche Herausforderung für ihn dar. So zerlegte er das Motorrad und modifizierte den Rahmen sowie die Schwinge nach den Vorgaben. Als nächstes wurden der Motor, das Getriebe und der Öltank bearbeitet und angepasst. Julian besorgte ganz bewusst einen alten Triumph Tank, da dieser sich gut in das gewünschte Konzept einfügte. Dieser musste dazu komplett umgearbeitet und an den Softail Rahmen angepasst werden. Der Tankstutzen wurde auf einer Drehbank angefertigt, eine alte Kühlerfigur integriert und der angefertigte Tankhalter musste mit dem Basistank verschweißt werden. Den Sitz ließ Julian nach genauen Vorgaben von Spirit Leather herstellen. Der Heckfender ist ein Aftermarket Part, welcher ebenfalls komplett überarbeitet und mit handgeformten Haltern versehen wurde. Die beiden Laufräder sind von Harley Davidson in der 21 Zoll Größe, bestückt mit Cross-Reifen der Marke Continental. Die Hillclimb Gabel wurde bei W&W geordert. Der Lenker ist ein neues Eigenprodukt von ONE WAY MACHINE. Dieser kann wahlweise in Chrom oder Schwarz bestellt werden. Vorne wurde eine sündhaft teure Beringer Inboard-Bremse aus dem Kleinflugzeugbau und hinten die hauseigene Perimeter-Bremse stilsicher in das Projekt integriert. Die Armaturen stammen ebenfalls von Beringer und die Rockerboxen aus dem Hause Ness. Dass für diese Einzelanfertigung viele Kleinteile extra gedreht und gefräst werden mussten, verwundert nicht. Der Auspuff wurde ebenfalls im Hause OWM angefertigt und perfekt in das Gesamtbild eingefügt. Innerhalb von sechs Monaten wurde aus einem Puzzle von Vorstellungen, Ideen und Wünschen dann endlich Mr. Ang sein Wunschmotorrad fertig. Die noch zur Verfügung stehende Zeit nutze Julian aktiv, um Mr. Ang seine „SINGAPORE-SUN“ auf diverse Shows in Deutschland zu präsentieren. Dass er mit seinem Stil den Geschmack der Motorradfans und der Jury trifft, beweist der erste Platz beim Edersee Meeting. Den Titel „Best of Show” konnte Julian mit weitem Vorsprung mit nach Hause nehmen. Bei Harley Dome Cologne erreichte das Motorrad den “1st Place Big Twin Class”. Bei der Magic Bike Rüdesheim war Julian der “1st Place Oldschool Class” sicher.

Einen Tag nach der letzten Show wurde das Motorrad im letzten Augenblick verpackt und nach Singapur verschifft. Mr. Ang war überaus glücklich, als er sein Bike dann endlich wieder in die Hände bekam. Er konnte kaum glauben, dass es sich hier überhaupt um sein ursprüngliches Motorrad handelte. Voller Freude übersande er Julian nach seinen ersten Fahrten einige Mails über sein Motorrad und den unterschiedlichsten Wahrzeichen Singapurs. Auch bedankte er sich mehrfach für die hervorragend abgelieferte Leistung. Dass dieses Umbauprojekt für beide Seiten zu einem Kraftakt wurde, sei nur am Rande erwähnt. Auch der finanzielle Aufwand wurde durch die erforderliche Logistik weiter in die Höhe getrieben. Mr. Ang bereut diesen Schritt jedoch nicht. Nun hat er endlich seinen Traum von Motorrad, welches sich gut fahren lässt und in einem perfekten Finish glänzt! 

Info:

ONE WAY MACHINE

Lollarer Straße 48

D-35460 Staufenberg

Web: http://www.onewaymachine.com/

E-Mail: we@onewaymachine.com

Facebook: https://www.facebook.com/pages/One-Way-Machine/435345826558632