etmot 6

Helmtest

Streetfighter, Nakedbike, Cafe Racer, Low Rider, Muscle Bike ... ?

Wer auf eine etwas ungewöhnliche, martialische Optik wert legt, der kommt an dem Vancore von SHARK wohl nicht vorbei. Kleine Helmschale, feines Futter und tolle Brille, gepaart mit einigen coolen Designs - fertig ist die Mütze der „Outlaws“.  Mad Max lässt grüßen. Muss so etwas praxistauglich sein?

Ich habe es ohne großartige Erwartungshaltung ausprobiert und bin überrascht. Kurzes Fazit: Der Helm ist gut verarbeitet. Das Innenfutter aus Bambusfaser umschmeichelt auch die unrasierten Wangen der harten Kerle! Der Einstieg ist etwas beengt, flutscht aber beim dritten oder vierten Mal ohne die Ohren umzukrempeln. Die kratzfeste Brille beschlägt im Eifer der Kurvenhatz nicht, da sie doppelt von Carl Zeiss verglast wird. Von außen sieht die leichte Tönung dunkler aus, als sie letztendlich ist. Frischluft gelangt durch das unten offene Kinnteil reichlich in den Helm, im Sommer sehr angenehm, ansonsten empfehle ich dringend ein Tuch, sonst ist Zähneklappern angesagt. Zugluft wird von den Augen ebenso durch die Brille abgehalten, wie Pollen und Staub - sehr gut! Die obere Lüftung sieht gut aus ... eine wirkliche Funktion habe ich nicht feststellen können. Das Geräuschniveau nimmt ab 80 bis 100 Sachen deutlich zu, ich empfinde es aber noch nicht als störend - allerdings empfehle eine Probefahrt auf dem eigenen Eisen. Feine Sache: auch nach 4 Stunden drückt nichts am Kopf, dafür aber meine Blase. Beim Halt am Straßenrand offenbart sich eine kleine Schwäche - nein, nicht meine - sondern die der Brillenbefestigung. Die schnuppert nämlich schnell mal aus der Halterung, dann baumelt das Teil lose herab, die Brille natürlich! Mit ein wenig Übung bekommt man das aber gut in den Griff, eine Einhandbedienung erweist allerdings dennoch als recht schwierig. Dafür bekommt man den feinen Ratschenverschluss auch mit behandschuhten Fingern auf. Im Regen habe ich den Kopfputz noch nicht getestet - bleibt abzuwarten ob Wasser eindringen kann, bei Nieselregen und Nebel bin ich jedenfalls trocken geblieben.
Alles in allem kann und will der Vancore kein Super-duper-luxushelm sein, dafür gibt es andere Mützen aus dem gleichen Haus oder auch von anderen Herstellern. Aber wer so eine Mütze kauft, der weiß das ja auch im Vorfeld. Trotz alledem überrascht mich der Plastikhut und ich empfehle ihn gerne weiter. Denn eins ist er – garantiert nicht langweilig!